Clustern – mach deine Gedanken sichtbar

Clustern ist eine Methode, die sehr assoziativ und kreativ ist. Du brauchst neue Ideen für deinen Blog? Anregungen für wirkungsvolle Texte und Themen? Versuchs doch mal mit Clustern. Es kann Gedanken und Ideen sichtbar machen – und zwar auch solche Gedanken, an die wir sonst nicht so gut drankommen. Clustern schafft Verbindungen zwischen einzelnen Geschichten – und damit öffnet es neue Zugänge zu bereits bekannten Themen. Das ist nicht nur spannend, sondern kann auch befreiend sein. Denn wenn wir irgendwo so richtig feststecken, dann kann es helfen, die vielen unübersichtlichen Gedanken zu visualisieren. Einiges verliert allein dadurch an Größe und an Schrecken.

Seit einigen Monaten bin ich verstärkt auf der Suche nach neuen Methoden. Methoden, um Prozesse zu optimieren – insbesondere Arbeits- und Schreibprozesse. Denn egal wie gut man organisiert ist, irgendwann wird man immer zu einem gewissen Grad betriebsblind. Und wenn das passiert, dann muss man raus aus seinem Trott und neue Dinge ausprobieren. Ich habe mich also umgesehen und wen habe ich gefunden? Eine Schreibberatung. Denn wer könnte mir besser auf die Sprünge helfen, als Leute, die Schreibprozesse begleiten und Schreibende unterstützen? Eben. In Teil 1 meiner Reihe Kreativ- und Schreibtechniken geht es um das Clustern. Hier geht es zu Teil 2.

 

Clustern – wie funktioniert´s?

Alles, was du fürs Clustern brauchst, ist ein Stift und ein Zettel. Wie groß dein Zettel ist, liegt bei dir. Du kannst es mit einem Schreibblock ausprobieren, aber vielleicht stellst du auch fest, dass du mehr Platz brauchst. Dann kannst du natürlich auf Flipchart oder gar Brownpaper umsteigen. Du kannst natürlich auch mit einem Whiteboard arbeiten, dann allerdings solltest du dir die Ergebnisse – z.B. per Foto – sichern, bevor du die Tafel wieder sauber wischst. Wenn du magst, gib dir ein Zeitlimit, bevor du los schreibst. Je nachdem, was du erreichen möchtest, reichen manchmal schon 5 Minuten. Du wirst staunen, wie viel in der kurzen Zeit zusammenkommt.

Dann brauchst du einen Oberbegriff, von dem aus du deine Gedanken losschicken willst. Ich habe mich mal an dem Begriff „Schreiben“ versucht. Und dann schaust du einfach, was dir so in den Sinn kommt. Das Spannende daran: Du musst nicht bei dem Begriff bleiben, sondern kannst schauen, wo du hinkommst. Damit kannst du Verbindungen zwischen Themen sichtbar machen, die du (rational) vielleicht gar nicht erwartet hattest. Du assoziierst von deinem Grundbegriff aus zum nächsten Begriff, von dem wieder zum nächsten usw. Ohne lange zu überlegen, ohne darüber nachzudenken, ob das gerade Sinn macht oder ob es „schön“ aussieht. Und wenn dir nichts mehr einfällt, dann gehst du zurück zu deinem Oberbegriff und schaust, welche weitere Geschichte dir einfällt. Und das machst du wieder, bis dir zu diesem Punkt nichts mehr einfällt.

 

Ist das nicht Mindmapping?

Das Ergebnis sieht mit seiner Baumstruktur ein bisschen aus wie eine Mindmap. Allerdings ist die Grundidee eine ganz andere. Denn Mindmapping strukturiert, ist also hierarchisch und organisiert. Clustern dagegen ist assoziativ und im Grunde nicht einmal geordnet. Die Verbindungen zwischen den Begriffen sind assoziativ und müssen für Außenstehende auch keinen Sinn ergeben. (Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass das doch mal so ist.) Dennoch: Beim Clustern ist es eben nicht das Ziel, einen Oberbegriff zu erweitern und ein Themenfeld zu strukturieren, sondern neue, auch ganz ungewöhnliche Verbindungen zu schaffen. Assoziativ.

Für mich ist diese Methode übrigens ziemlich herausfordernd, denn ich möchte immer gern in geordneten und strukturierten Bahnen schreiben. (Man könnte die Vermutung aufstellen, dass ich auch so denke un daher nicht gut im Umswitchen bin.) Die Ergebnisse sind für mich also umso erstaunlicher und damit auch nutzbar, weil mich das Clustern zwingt, aus den gewohnten Bahnen auszubrechen.

 

Wofür soll ich das in meinem Blog verwenden?

Clustern kannst du für viele verschiedene Arbeiten nutzen. Das Naheliegendste ist sicherlich, neue Ideen für Artikel zu generieren. Klar, wir sind Experten für unser Thema und uns begegnen immer neue Dinge, über die wir schreiben können. Trotzdem kommt es vor, dass wir ein Thema nicht gut zu fassen bekommen oder nicht wissen, welcher Aspekt gerade für die Zielgruppe wichtig ist. Und manchmal wissen wir nicht, wo genau der persönliche Bezug zum Thema steckt. Das ist ziemlich doof, denn genau das ist ja das Neue und Innovative an DEINEM Beitrag. Wie DEINE Sicht auf die Dinge ist. Und genau solche Querbezüge lassen sich assoziativ einfach besser herstellen, als strukturiert und „in gewohnten Bahnen“, sprich eingefahren, festgefahren.

Ich kann mir Clustern aber auch gut vorstellen, wenn man gerade auf der Suche nach seiner Zielgruppe oder nach der Buyer Persona ist. Wie genau ist dieser Mensch, für den ich arbeiten will? Was macht er/sie so, wie alt ist er/sie, was ist ihm/ihr wichtig, welche Vorstellungen von Kooperation hat er/sie etc. Welche Vorteile es hat, seine Zielgruppe genau zu definieren, ist ja hinlänglich bekannt. Durch Clustern kann man ganz intuitiv und assoziativ dem Menschen, der Person ziemlich nah kommen. Denn auch hier nützt es, sich etwas abseits von den gewohnten Bahnen zu bewegen und einfach mal alles, was uns dazu einfällt, aufzuschreiben. Und vielleicht entsteht ein ganz neues Bild von deiner Zielgruppe.

 

Einfach anfangen: Wer´s nicht macht, kann nicht mitreden

Meine eigenen Erfahrungen mit dieser Technik empfinde ich mal als total spannend und bereichernd, mal als ziellos und strapazierend. Mein Beispiel zum Thema „Schreiben“ ist auch eher ein gehemmtes Clustern, denn ich war sehr in meinem eigenen kleinen Kosmos unterwegs. Es gleicht tatsächlich eher einer Mindmap als einem assoziativen Gedankenspiel. Vielleicht auch, weil ich ja wusste, dass ich das Ergebnis hier öffentlich präsentieren würde. Ich bin aber auch schon zu den absurdesten Verbindungen gekommen bei dieser Technik. Sehr spannend. Und daher nutze ich diese Technik immer mal wieder für die verschiedensten Dinge. Denn nur weil es für mich als Schreiberin nicht die Ideallösung ist, heißt das ja nicht, dass die Technik doof ist. Schreiber sind so verschieden, dass man überhaupt nicht vergleichen kann.

Daher mein Aufruf: Probiere es einfach aus. Schau, wofür du diese Technik nutzen kannst und was sie dir bringt. Such dir einen ruhigen Ort, schnapp dir Zettel und Stift und leg einfach los. Du kannst nichts verlieren, aber eine hilfreiche neue Technik für deine Arbeit und dein Schreiben gewinnen. Es gibt kein richtig und falsch. Und wenn du gerade nicht im Flow bist, dann versuch es erst recht. Denn diese Technik ist auch etwas für Leute, die an einer Schreibblockade zu knabbern haben oder in ihrem Schreibprozess hängen. „Hauptsache Produzieren“ ist dann die Devise – und das geht mit Clustern einfach super!

Hast du bereits Erfahrung mit Clustern? Wofür setzt du es ein? Teile deine Erfahrungen und Gedanken in den Kommentaren!

 

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