So schreibst du Webtexte, die gelesen werden

Du schreibst regelmäßig Blogartikel und fragst dich, wie sie aussehen müssen, damit sie auch gelesen werden? Manchmal bist du dir unsicher, wie genau du Webtexte schreiben musst oder sollst? Du weißt nicht, inwiefern sich die Kommunikation im Web von der Kommunikation in Büro, Business und Alltag unterscheidet? Erstmal vorneweg: Es gibt dafür kein Patentrezept. Es gibt aber einige Tipps und Tricks, die die Chance, gelesen zu werden, enorm verbessern. Um genau die geht es in diesem Artikel.

Wer eine Website mit Blog betreibt, der hat sich bestimmt schon mal gefragt, wie er oder sie die Texte noch verbessern kann. Die Kommunikation im Web ist wahnsinnig schnell und flüchtig, die Konkurrenz riesig. Wie schafft man es da, Beiträge zu erstellen, die auffallen und die gelesen werden? Dafür muss man sich erst einmal fragen, wie genau Webinhalte konsumiert werden. Wie bewegen wir uns im Netz? Und wie lesen wir?

 

Wie lesen wir online?

Wer im Internet nach Informationen sucht, der will keinen großen Spannungsbogen. Er will auf den ersten Blick wissen, ob es sich lohnt, den Text zu lesen. Im Web gelten dabei verschärfte Regeln, denn hier wird nicht gelesen, sondern gescannt. Im Durchschnitt hat sich ein User nach 10 Sekunden ein Bild von der jeweiligen Seite verschafft und ist entweder angefixt oder eben nicht. Das bedeutet für gute Texte: Formulierungen müssen sitzen! Eine schnelle Orientierung ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der Leser eine Seite nicht sofort wieder verlässt.

Die meisten User lesen mittlerweile über Smartphone, Tablet und Laptop. Etwa 70% der Internetnutzer nutzen ihr Smartphone zum lesen von Artikeln. Das bedeutet einerseits, dass Responsive Design (das ist ein Design, das sich der Größe des Bildschirms anpasst) Pflicht für Websites ist. Andererseits müssen Inhalte leicht und schnell zu konsumieren sein. Gerade auf kleinen Displays wollen wir nicht erst hin und her scrollen müssen, um die gesuchten Informationen zu erhalten.

Warum du vertikal denken solltest

Unser Leseverhalten im Web ist F-förmigUser überfliegen Texte und suchen nach Schlagworten. Dabei gehen sie nicht horizontal, sondern vertikal vor. Das heißt, sie bleiben größtenteils auf der linken Seite und reißen nur ab und zu nach rechts aus. Es ergibt sich also eine Art F-Schema. Die Timelines der sozialen Netzwerke unterstützen dieses Leseverhalten noch, denn auch hier scrollt man sich eben von oben nach unten durch die Masse an Content. Außerdem müssen wir uns klar machen, dass auf Facebook und Co. unheimlich viele Informationen auf den User einprasseln. Um in dieser Flut aus Beiträgen nicht unterzugehen, scannen wir die Inhalte lediglich kurz und entscheiden blitzschnell über lesenswert oder weiter scrollen.

Aufmerksamkeit erregen mit Bildern

Um den Leser bei der Stange zu halten, musst du also dafür sorgen, dass er aufmerksam wird und aufmerksam bleibt. Denken wir an die sozialen Netzwerke, dann ist der erste wichtige Punkt, an dem wir hängen bleiben, ein ausdrucksstarkes Bild. Nimm dir also auch ein bisschen Zeit, um das beste Bild für deinen Beitrag auszuwählen. Welche Emotionen soll das Bild beim Leser auslösen? Welches Motiv brauchst du dafür? Setze einen attraktiven visuellen Reiz, der Lust macht, zu klicken und den Beitrag zu lesen.

 

Webtexte schreiben: Aufbau des Textes

Wenn du dir klar machst, dass Texte im Netz eben hauptsächlich gescannt werden, weißt du auch, wie du Webtexte schreiben musst. Wichtige Begriffe solltest du am linken Rand platzieren – die wichtigsten natürlich am Anfang des Textes. So richtig Mühe geben musst du dir also mit den jeweils ersten Sätzen – vom gesamten Text, von Absätzen und natürlich von Überschriften. Denn genau diese Stellen sind die Punkte, an denen User beim Scannen stolpern und hängenbleiben.

Und wer beim Aufbau nun noch einige grundlegende journalistische Regeln beherzigt, der kann seine Leser sicher durch sein Thema führen. Warum Journalismus? Weil es Sinn macht. Nachrichtenredakteure müssen sehr schnell und sehr eindeutig auf den Punkt kommen. Sie müssen kurz und bündig kommunizieren, worum es geht. Und das solltest du in deinen Artikeln auch.

Die umgedrehte Nachrichtenpyramide

Keine Sorge. Du sollst keine Nachrichten schreiben. Es geht darum, deine Artikel so aufzubauen, dass Leser dabei bleiben. Schon William Faulkner sagte:

Schreibe jeden Satz so, dass man neugierig auf den nächsten wird.

Webtexte schreiben mit logischem Aufbau: Die NachrichtenpyramideAber nicht nur die Sprache ist wichtig, sondern auch, dass man seinen Text sinnvoll aufbaut. Aufgrund unserer Lesegewohnheiten ist es schlau, Texte zu schreiben, die kein langes Intro haben. Im Gegenteil: Es macht Sinn, dass die Informationsdichte am Anfang des Textes hoch ist und nach und nach abnimmt. Versuche nicht, den Leser zu binden, indem du die wichtigen Infos ans Ende des Artikels packst. Dort ist eher Platz für ein Resümee oder eine Zusammenfassung der wichtigen Punkte. An den Anfang kommen die essenziellen Infos.

Die W-Fragen

  • Was ist das Thema?
  • Welche Probleme werden hier behandelt?
  • Wie kann dein Artikel die Probleme lösen?
  • Wie genau geht das und was muss der Leser dafür tun?
  • Wie lange dauert das?
  • Welche Ergebnisse kann man erzielen?

Wenn du es schaffst, alle diese Fragen im ersten Absatz zu beantworten, hast du schon gewonnen. Denn jetzt wissen deine Leser, was sie zu erwarten haben. Sie wissen auch, worum es geht und was sie hier nicht finden. Erst danach bringst du nach und nach mehr Informationen. Die Frage ist also: Was ist eigentlich deine Nachricht? Was ist die Kernaussage deines Textes?

Präsentiere dein Thema logisch und übersichtlich gegliedert. Dann ist die Chance viel höher, dass Leser bei der Stange bleiben. So schaffst Du Interesse und sorgst dafür, dass niemand wegen eines fehlenden roten Fadens enttäuscht nach besseren Quellen sucht. Sorge dafür, dass deine Leser beim Scannen immer wieder aufgehalten werden.

 

Webtexte schreiben: Eyecatcher für den Leser

Die Informationen so zu portionieren, dass Leser immer weiter lesen, ist aber nicht das einzige Mittel, um Leser beim Scannen von Texten einzufangen. Es gibt noch weitere Elemente, auf die du achten solltest.

  • Schreibe attraktive, treffende Zwischenüberschriften
  • Mache zwischendurch kurze Zusammenfassungen z.B. in Listenform
  • Hebe wichtige Begriffe im Text hervor (überteibe es aber nicht, sonst wird es wieder unübersichtlich)
  • Setze gezielt emotionalisierende Begriffe ein – achte aber immer darauf, dass es zum Thema, zu dir und zu deiner Zielgruppe passt

Mit diesen einfachen Tipps zum Aufbau von Webtexten verbesserst du deine Texte sofort. Es ist einfach und geht schnell. Plane im Vorhinein genau, was du sagen möchtest und halte dich an einen logischen und übersichtlichen Aufbau. Webtexte schreiben hat nämlich in erster Linie damit zu tun, ob man es schafft seine Leser für ein Thema zu interessieren und dann auch zu halten.

 

Keine Leser? Es liegt nicht immer am Content!

Gerade am Anfang ist deine Reichweite gering, der Content verteilt sich nur langsam und vermutlich gibt es auch eher wenig Reaktionen auf die Artikel. Das liegt aber nicht unbedingt an der Qualität oder daran, dass es niemanden interessiert – es liegt vielmehr daran, dass kaum jemand weiß, wie gut dein Content ist. Später, wenn man sich einen entsprechenden Experten-Status und eine feste Leserschaft aufgebaut hat, bekommt man automatisch mehr Feedback und Interaktion. Einfach weil die User dich kennen und deine Beiträge schätzen.

Es ist also am Anfang wichtig, regelmäßig zu schreiben und den Content so gut es geht zu streuen. Und dann heißt es dranbleiben, denn guter Content bleibt guter Content. Je mehr deine Seite wächst und je mehr Suchanfragen zu dir leiten, umso größer wird deine Leserschaft.

 

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