Warum du feste Schreibzeiten brauchst

Stell dir mal vor, du arbeitest an einem Projekt für einen Kunden. Ein Projekt vielleicht, das drei oder sechs Monate dauert. Um da den Überblick zu behalten und das Pensum auch zu schaffen, planst du dir Zeiten ein, blockst Termine und kontrollierst regelmäßig den Fortschritt. Und bei deinem Blog? Den hast du und du nimmst dir vor, etwas dafür zu tun. Regelmäßig schreiben, Content produzieren, diesen via Social Media verbreiten. Du nimmst es dir vor. Und dann passiert… nichts. Weil dir immer wieder andere Aufgaben dazwischen grätschen. Dabei ist es kein Zeitproblem, sondern ein Prioritätenproblem. Feste Schreibzeiten helfen dir beim Blogaufbau.

 

Dein Blog als langfristiges Projekt

Wie viel Zeit hast du dir im vergangenen Monat für deinen Blog freigehalten? Wie oft hast du dir Arbeits- und Schreibzeiten fest eingeplant? Jede Woche eine Stunde? Oder aber gar nicht? Vielleicht hast du auch so eine stille Vereinbarung mit dir: „Wenn nach der Arbeit noch Zeit ist, dann schreibe ich an meinem Blog.“ Und ganz oft ist da dann aber keine Zeit übrig. Oder aber du bist so müde und ausgelaugt von der Arbeit, dass du nicht mehr schreiben magst.

Jetzt stell dir mal vor wie es wäre, wenn du regelmäßig feste Schreibzeiten einplanst, sie wahrnimmst und in dieser Zeit konzentriert an deinem Blog arbeitest. Du merkst, wie dieses Projekt sich entwickelt und wie du auf einmal deine Ziele und gesetzten Vorgaben erfüllst. Weil du deinem Blog feste Zeiten einräumst. Weil du ihn als ein eigenständiges Projekt behandelst, das auch Priorität hat. Dein Blog wird von einem Nebenbei-Projekt zu einem Projekt, das wichtig ist. Denn ein Blog kann ein wichtiges Marketing-Instrument sein.

 

Wie findest du deine Schreibzeiten?

Wie findest du jetzt diese Schreibzeiten? Denn es hat ja einen Grund, dass du bis jetzt nicht so richtig regelmäßig geschrieben hast. Da ist das Tagesgeschäft, die Ablage, die Steuer. Du hast Kundentermine und Netzwerktreffen. Und da sind Zeiten, die du für dein Social Media Marketing brauchst. Dazu kommen noch Krankheitstage (deine oder die deiner Kinder), ab und zu vielleicht auch Ablenkungen und unproduktive Tage. Wo sollst du also die Zeit hernehmen?

Feste Zeiten ausschließen

Um einen Überblick zu bekommen, wie viel Zeit dir eigentlich zur Verfügung steht, kannst du eine Art Stundenplan erstellen. Bei meinem Plan sind die Zeiten zwischen sechs Uhr morgens und Mitternacht erfasst. Die festen Zeiten sind dann zum Beispiel die, die ich mit meinem Sohn verbringe. Außerdem noch Präsenzzeiten in der Uni, wo ich Seminare belege. Es könnte natürlich auch deine Arbeitszeit, Schule oder was auch immer sein. Dann kommen noch andere Termine wie Sport und Freizeitaktivitäten dazu. Also die, die terminiert sind und nicht verschoben werden können.

Als nächstes schaust du, wie viel Zeit du für einzelne Arbeiten und Aufgaben brauchst. Bei mir also: Zeiten, die ich zusätzlich für die Uni brauche, um zum Beispiel Texte zu lesen, Vorlesungen vor- und nachzubereiten etc. Außerdem Zeit, die ich für meine laufenden Projekte brauche, für meine Kunden. Zeit für den Haushalt. Und dann auch noch Zeiten für mich. Ja, das ist etwas, das ich einplanen muss, denn sonst würde es vermutlich „hinten runter fallen“ – wie eben ein Blog oder ein anderes „Nebenbei-Projekt“.

Tracke deine Zeiten

Wenn du dir unsicher bist, wie viel Zeit du für welche Aufgabe brauchst, dann tracke die Zeiten doch für ein oder zwei Monate. So bekommst du eine Idee, welche Aufgabe wie viel deiner Zeit in Anspruch nimmt. Das hilft dir vielleicht auch noch mal, um Angebote besser formulieren und planen zu können (wenn du selbstständig bist). Schaue außerdem ganz genau hin, welche „Übergangszeiten“ du nicht nutzen kannst. Damit meine ich Zeiten, die du für Fahrtwege brauchst oder eine Pufferzeit, falls dein Kind mal nicht um Punkt 19 Uhr im Bett liegt.

Sei ehrlich zu dir und schau genau hin. Nur so bekommst du eine Übersicht, wie viel Zeit du wirklich zur Verfügung hast. Und indem du deine Zeitblöcke verschiedenen Aufgaben zuordnest, bist du produktiver, denn du machst nicht ständig mehrere Dinge nebeneinander. Du fokussierst dich auf die Aufgabe, die jetzt gerade dran ist. Und du weißt, dass du das auch machen kannst, denn für die anderen Aufgaben hast du ja ebenso Zeitblöcke eingeplant.

Zeit zum schreiben fest verankern

Wenn du alles eingetragen hast, schaust du, wo deine Schreibzeiten liegen können. Für den Fall dass du selbstständig bist, ist das auch ein guter Zeitpunkt, um noch mal zu überlegen, ob die Projektzeiten so gerechtfertigt sind. Wenn du von denen drei in der Woche für deine Schreibzeiten abzweigen würdest – was würde passieren? Vermutlich gar nichts, denn du würdest diese Zeit an anderer Stelle wieder reinholen. Seit ich Arbeitsblöcke und Schreibzeiten auf diese Art und Weise plane, schaffe ich mehr und schreibe auch mehr.

Besser schreiben mit festen Schreibzeiten.

Das passiert, wenn du feste Schreibzeiten hast

Gerade wenn du eher Schwierigkeiten hast, regelmäßig zu schreiben, werden die Effekte für dich erstaunlich sein, wenn du damit anfängst. Denn Schreiben ist denken. Und es ist ein Prozess, den man lernen und üben kann. Mit jedem Tag, den du schreibst, veränderst du dich mehr in Richtung Schreiber oder Autor. Das ist eben wie mit allen Dingen: Dadurch, dass wir üben, werden wir immer besser in der jeweiligen Tätigkeit. Diese 7 Dinge passieren, wenn du regelmäßig schreibst:

1. Du bist organisierter

Klingt jetzt vielleicht verrückt, aber je öfter du schreibst, umso leichter fällt es dir, das Schreiben fest in deinen Alltag zu integrieren. So ist das eben mit Gewohnheiten und Routinen: Man gewöhnt sich daran. Und nicht nur das: Wer regelmäßig schreibt, der wird immer besser darin, sich und seine Schreibzeiten zu organisieren. Du wirst vielleicht sogar deine Schreibzeiten aufstocken wollen, wenn du erst einmal vom Schreiben angesteckt wirst.

2. Du schaffst mehr

Wenn du dich erst einmal mit deinen Schreibzeiten arrangiert hast, wirst du schnell merken, dass du wirklich etwas wegschaffst in der Zeit. Du schreibst fokussierter und musst dich nicht ständig neu einarbeiten, weil eben keine großen Pausen zwischen deinen Schreib-Intervallen liegen. So bist du produktiver und schaffst mehr.

3. Schreibblockaden verschwinden

Gerade wenn du nur selten schreibst, kennst du vielleicht das Gefühl von Schreibblockade. Du sitzt am Schreibtisch, starrst auf eine leere Seite und wartest, dass du endlich die eine zündende Idee hast, um loszulegen. Je länger du nicht geschrieben hast, umso schwerer fällt es dir, in den so genannten Schreibflow zu kommen. Dagegen hilft regelmäßiges Schreiben! Halte dich an deine Schreibzeiten und mache dein Schreiben zur Gewohnheit. Dann wird es dir bald nicht mehr schwerfallen und Blockaden treten seltener auf.

4. Dein Vokabular wächst

Schreiben ist auch Handwerk. Und je mehr du dich damit befasst, umso größer sind die Lerneffekte. Anfangs fällt es dir vielleicht noch schwer, die passende Formulierung oder das passende Wort zu finden. Indem du aber regelmäßig schreibst, erweiterst du deinen Pool an Worten und verfeinerst die eigene Sprache. Du lernst bei der Recherche und auch beim Schreiben neue Wörter. Vielleicht googelst du anfangs viel nach dem richtigen Ausdruck, aber nach und nach wirst du immer schneller die richtigen Begriffe und Synonyme parat haben.

5. Du schreibst sicherer und schneller

Was auf Wortebene funktioniert, wirkt auch bei der gesamten Formulierungsarbeit. Satzanschlüsse, Satzbau und Formatierung sind ebenso Dinge, die du lernst und verbesserst. Und auch dein persönlicher Stil bildet sich heraus, wenn du regelmäßig schreibst.

6. Dein Blog wächst und du bekommst mehr Leser und Feedback

Natürlich bringt das regelmäßige Schreiben nicht nur dein Schreiben nach vorn, sondern auch dein Content Marketing. Mit jedem veröffentlichten Text wächst auch deine Leserschaft und du bekommst das Feedback, das dich weiterbringt. Du entwickelst dein großes Projekt Blogaufbau stetig weiter und kannst Anpassungen vornehmen. So wächst dein Blog und auch du als Schreiber.

7. Du bist motivierter und selbstsicherer

Stell dir mal vor, du arbeitest drei Monate jede Woche konsequent und fokussiert an deinem Blog. Stell dir vor, du schaffst es, deine Ziele zu erreichen, indem du mit festen Schreibzeiten regelmäßig bloggst und veröffentlichst. Und dann schaust du zurück und siehst dir an, wie viel du geschafft hast und was sich verändert hat. Mich motiviert das ungemein. Mein Blog wächst zwar nur langsam, aber es funktioniert! Endlich finden mich die Leute, die sich wirklich für meine Arbeit und mein Angebot interessieren. Es ist erstaunlich was alles passiert, wenn du regelmäßig schreibst und bloggst. Bleib dran!

 
Hast du auch einen Stundeplan und feste Schreibzeiten, in denen du an deinem Blog arbeitest? Oder ist es eher ein „wenn noch Zeit da ist…“-Blog? Kannst du dir vorstellen, mit festen Zeiten neue Routinen zu etablieren? Schreibe mir gern einen Kommentar und wir tauschen uns aus!

Regelmäßiger schreiben mit festen Schreibzeiten und Routinen.

6 Gedanken zu „Warum du feste Schreibzeiten brauchst

  1. Liebe Anna,

    die Vorteile fester Schreibzeiten, die du zusammengefasst hast, kann ich nur bestätigen.

    Ich selbst habe keinen festen Stundenplan dafür, habe aber festgestellt, dass ich ganz früh morgens mit dem Schreiben am produktivsten und auch am kreativsten bin. Wahrscheinlich weil die Gedanken noch klar sind und der Kopf noch nicht mit anderen Dingen voll gestopft ist. Das heißt, meine Texte entstehen immer morgens als erste Aufgabe.

    Liebe Grüße, Gabriele

    1. Liebe Gabriele,

      klar, das System mit dem Plan funktioniert nicht für jeden. Ich brauche die Struktur, um nicht jeden Tag neu entscheiden zu müssen, an welchem Projekt ich arbeite. Liegt vielleicht auch an meinen vielen Baustellen, die ja erstmal nichts miteinander zu tun haben. So ähnlich eben wie beim Stundenplan in der Schule – erste Stunde Mathe, zweite und dritte Latein, danach Bio. Oder so ähnlich 🙂

      Danke für deine Gedanken!
      Anna

  2. WOW! Wieder so wundervoller Input.
    Liebe Anna,
    Du hast wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen. Jetzt habe ich eine Idee im Kopf, was ich machen kann, um mein aktuelles Schreib-Hoch zu halten. Idee ist notiert und wird in die Planung aufgenommen. DANKE!

    1. Liebe Tanja,

      ich bin wirklich beeindruckt, wie schnell und wie viel du in den letzten Monaten umgesetzt hast. Ich gebe hier ja nur kleine Impulse, aber du schnappst sie dir einfach und wendest sie an. Das ist großartig! Ich freue mich, dich bei dieser Entwicklung zu begleiten 🙂

    1. Danke für dein Feedback und dein Lob, Britta – ich freue mich wirklich sehr wenn dir die Artikel weiterhelfen.

      Ja, Zeit für sich selbst ist extrem wichtig! Ich habe mir Donnerstag einen halben Tag frei genommen und war dann Freitag wieder so kreativ, den Artikel zu schreiben. Es greift alles ineinander 🙂

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