Der ultimative Tipp, um schneller zu schreiben

Wenn man sich über das Thema Bloggen, genauer gesagt das Thema Unternehmensblog austauscht, dann tauchen immer wieder die gleichen Probleme auf: Wie findest du die richtige Sprache? Wie oft musst du bloggen? Aber vor allem: Wie schaffst du es, den Blog regelmäßig zu befüllen? Neben dem Tagesgeschäft und allen Terminen? Wie zur Hölle soll da noch Zeit sein, am Blog zu arbeiten? Genau um dieses Thema soll es in diesem Beitrag gehen. Es gibt ja viele Strategien, die dabei helfen, schneller zu schreiben. Dabei geht es vor allem um Konzentration und ablenkungsfreies Schreiben. Aber Bloggen ist in erster Linie etwas, das man lernen kann. Und wenn man das tut, dann wird man besser. Und schneller. Ich will dir heute eine Strategie vorstellen, mit der du tatsächlich schneller schreibst. Sie erfordert zwar ein bisschen Mut, ist aber dafür sehr, sehr wirksam.

Wie lange braucht man für einen Blogartikel? Diese Frage wurde schon oft diskutiert. Vor Kurzem habe ich einen (schon etwas älteren, aber nicht minder aktuellen) Artikel von Katharina Lewald gelesen, in dem sie schreibt: „Wer es richtig und auf einem hohen Niveau macht, braucht – je nach Artikellänge – mindestens drei bis vier Stunden für einen Blogartikel, eher mehr.“ Darin sind jetzt aber nicht nur reine Textarbeit, sondern auch Zeit für Recherche und sogar Zeit für die Verbreitung via Social Media enthalten. Es ist nun einmal so, dass Schreiben nicht „mal eben so ganz nebenbei“ passiert, sondern echte Arbeit ist. Ich denke aber, dass man an seinen eigenen Artikeln nicht so lange sitzen muss. Jedenfalls nicht an allen.

 

Verlass dich auf dein Wissen: Du bist Experte für dein Thema

Recherche-Zeit kannst du im Grunde immer dann einsparen, wenn du über dein Spezialgebiet schreibst. Das, womit du tagtäglich zu tun hast. Eben das Thema – dein Thema – über das du ständig redest, weil es dein Business ist. Wenn du also mal partout keine Zeit hast, dich lange in einen neuen Themenbereich einzuarbeiten, dann schreib über dein Thema. Ein kurzer Artikel über das Bloggen geht bei mir immer. Warum bloggen, wie oft bloggen, die besten Tipps zum bloggen, Schreibtipps, … Es gibt immer einen Aspekt, den du in deinen bisherigen Artikeln nicht so genau beschrieben hast. Und über den lassen sich doch gut 300 Wörter schreiben, oder? (Bis hierhin habe ich bereits 370 Wörter geschrieben – es ist also nicht viel.)

Die Zeit, die du in die Verbreitung steckst, lässt sich durch die richtigen Tools beeinflussen. Und durch Disziplin – denn die große Gefahr an Social Media ist nicht, dass du so lange brauchst um die Posts zu erstellen. Die Gefahr ist, dass du dort hängenbleibst. Und dass du damit wichtige Zeit vertrödelst, die du vielleicht an anderer Stelle brauchst.

Bloggen bedeutet, Mehrwerte zu bieten

Also: Spare Zeit, indem du dich auf das Wichtige fokussierst. Bloggen bedeutet nicht, immer das Rad neu zu erfinden. Im Gegenteil: Bloggen bedeutet, Themen so aufzubereiten, dass sie deiner Zielgruppe einen Mehrwert bieten. Und es bedeutet auch, Stellung zu beziehen. Denn deine Follower wollen nicht alle 300 Tipps wissen, die zu deinem Thema im Netz kursieren. Sie wollen den einen Tipp, der sie weiter bringt.

Schneller schreiben mit der richtigen Strategie

 

Schneller schreiben: So geht’s

Wenn dein Thema steht und du weißt, was du schreiben willst – was machst du dann? Je nach Schreibtyp wirst du vermutlich entweder eine Struktur entwerfen und einen roten Faden festlegen, oder aber du fängst einfach an zu schreiben. Beide Strategien (und es gibt sogar noch mehr) sind gleich gut – es ist eben eine Typenfrage. Wo es bei den meisten hakt, ist der Zeitplan. Denn: Wann ist dein Beitrag fertig? Brauchst du eine Sitzung oder mehrere Tage? Wie viele Korrekturschleifen gibst du dir? Wann bist du zufrieden mit dem Geschriebenen? Und wann bist du tatsächlich fertig?

An dieser Stelle setzt die Strategie an. Der Clou ist nämlich der: Du musst einfach schneller schreiben. Und das erreichst du, indem du dir weniger Zeit gibst, um fertig zu werden. Wenn du dir nämlich kein Limit setzt, dann kann es sein, dass du nie fertig wirst. Vor allem dann, wenn du (so wie ich) jemand bist, der gerne auch mal Dinge aufschiebt. Gerade meine eigenen Schreibprojekte – also die, für die ich keine Deadline habe.

Ganz konkret: Das musst du tun

Um also dein Schreibprojekt – deinen Artikel – in einer für dich angemessenen Zeit fertig zu schreiben, gehst du wie folgt vor:

  • Thema festlegen.
  • (Vorläufige) Überschrift texten .
  • (Eventuell roten Faden beziehungsweise Struktur festlegen.)
  • Zeitlimit setzen. (Ich selbst habe es mit einem Limit von einer Stunde getestet.)
  • Schneller schreiben.
  • Zeitlimit auf keinen Fall überschreiten.
  • Beitrag veröffentlichen.
  • Freuen 🙂

 

Warum diese Strategie funktioniert

Wenn du dir von Anfang an klar machst, dass du für deinen Artikel nur ein begrenztes Zeitkontingent zur verfügung hast, dann wirst du anders schreiben. Du bist fokussierter und du schweifst nicht so schnell ab. Ich stelle bei mir fest, dass ich jetzt konzentrierter arbeite. Sonst habe ich gerne mal eine Runde durch die Gegend geschaut (mit der Begründung, die Gedanken zu sortieren). Jetzt tippe ich, bis mein Zeitlimit erreicht ist. Ich habe ja schließlich keine Zeit. Ich habe zudem den Eindruck, dass mein Schreiben selbst schneller wird. Dass ich also anders denke. Schneller denken, schneller schreiben.

Außerdem ist diese Strategie ein Killer für diejenigen, die zu perfektionistisch unterwegs sind. Die ihre Artikel nie gut genug finden. Denn zu dieser Situation kommt es nicht. Du hast dich ja sozusagen dazu verpflichtet, den Artikel nach Ablauf der Zeit zu veröffentlichen.

 

Die 3 größten Einwände und ihre Aufhebung

Diese sehr radikale Art, Artikel zu schreiben, ruft natürlich viele Zweifel und Einwände auf den Plan. Und ich bin mir ganz sicher, dass es einige unter euch gibt, die mit dieser Strategie nicht arbeiten können. Das ist aber bei allen Strategien so. Für mich war das Ergebnis meines Testdurchlaufs so überzeugend, dass ich dazu sogar ein Facebook-Video gemacht habe. Um meine Botschaft schnell in die Welt hinaus zu tragen. Dennoch möchte ich hier auf die naheliegendsten Einwände eingehen:

1. Wenn man Artikel in so kurzer Zeit schreibt, sind sie qualitativ schlechter

Diese Auswirkung kann ich bei meinen bisherigen Versuchen nicht beobachten. Mal ganz davon abgesehen, dass ich eine Definition von „guten“ und „schlechten“ Artikeln hier an dieser Stelle und auch überhaupt schwierig finde. Durch die oben schon beschriebene Verschiebung des Fokus´ schreibe ich nicht schlechter, sondern zielgerichteter. Ich lasse mir nicht so viele „Denkpausen“ (und auch nicht so viele Kaffeepausen).

2. Wenn man so unter Druck arbeitet, entstehen viel mehr Fehler

Wenn wir unsere Texte vor der Veröffentlichung nicht noch fünfmal lesen, dann kann es sein, dass man kleine Tippfehler und Flüchtigkeitsfehler einbaut. Und ja, es kann auch sein, dass sie jemand findet. Es kann sogar sein, dass uns jemand darauf aufmerksam macht. Aber geht davon die Welt unter? Ich sage: Nein. Wir sind Menschen, wir machen Fehler. Nimm es als Feedback, behebe den Fehler und gut.

Dadurch, dass ich schon so lange und so viel schreibe, habe ich selbst keine Sorge zu viele Fehler zu produzieren. Und wenn sich dann doch mal ein Tippfehler einschleicht: Ich kann dir verraten, dass es in einem gewissen Rahmen weder einen Einfluss auf die Lesbarkeit oder Verständlichkeit, noch auf die Wahrnehmung von Kompetenz hat. Und ich kann dir auch verraten: Deine Follower lesen den Text anders als du. Sie sehen nicht, ob du an einer Formulierung eine Minute oder eine Viertelstunde gearbeitet hast.

3. Ich bin dann selbst nicht von dem Text überzeugt

Hier kommt wieder der Perfektionismus ins Spiel: Da könnte ein Satz krumm sein oder ein Wort passt nicht 100-prozentig. Dir fällt aber das passende Wort nicht ein. (Ist mir beim Schreiben diese Artikels jetzt schon zweimal passiert.) Was machst du? Entweder so lange grübeln und googeln, bis du es findest, oder aber – weil du ja keine Zeit hast – einfach das Wort benutzen, das dir einfällt. Und wird es deinen Lesern auffallen? Werden sie deswegen nicht verstehen, was du schreibst? Nein.

Zum Thema Wahrnehmung übrigens: Es wird nie den perfekten Text geben. Den Text, mit dem du in allen Punkten zufrieden bist. Mit jedem Satz, mit jeder Formulierung, mit jedem Wort. Und insbesondere dann, wenn du den Text mit einem etwas größeren Zeitabstand noch einmal liest, wirst du dir denken: Wieso habe ich das denn geschrieben? Wie bin ich nur darauf gekommen? Was habe ich mir dabei nur gedacht? Hier nur wieder mein Hinweis: Deine Leser konsumieren deine Texte anders. Allein schon wegen der individuellen Lesegewohnheiten und unserem Leseverhalten im Web. Schneller schreiben bedeutet nicht schlecht schreiben.

 

Schneller schreiben für Vorsichtige

Wenn du jetzt nicht ganz so radikal vorgehen möchtest, weil du vielleicht zu großen Respekt vor dem „Veröffentlichen“-Button hast, dann kannst du die Methode etwas abgewandelt einsetzen. Du gehst genauso vor wie oben beschrieben, aber veröffentlichst den Text noch nicht. Du legst ihn aus der Hand, ganz weg, und denkst auch nicht weiter darüber nach. Und am nächsten Tag gibst du dir wieder ein Zeitfenster, um den Text zu lesen und eventuell noch zu korrigieren. So hast du die Möglichkeit, mit einem zweiten Blick, aus einer veränderten Perspektive auf den Artikel zu schauen. Aber: Nimm keine großen Änderungen mehr vor! Denn dann ist der Effekt wieder zunichte gemacht.

Für Menschen, die einen Korrekturleser haben und brauchen: Nutzt die Methode trotzdem! Schreib in deinem festgelegten Zeitfenster und schick den Text los. So hast du den Zweck – schneller schreiben nämlich – erfüllt und kannst die gesparte Zeit in andere Arbeiten investieren. Dein Korrekturleser hat die gleiche Arbeit wie immer.

 

Ausprobieren und schneller schreiben

Mein Fazit zu meinen ersten Versuchen ist extrem positiv. Ich bin überrascht, wie viel guten Content ich in kurzer Zeit erstelle und das, obwohl ich nur eine Kleinigkeit verändert habe: Mir eine knappe Deadline zu setzen. Ich habe in meinen Versuchen meist die Stunde aufgeteilt: 45 Minuten habe ich konzentriert geschrieben, dann habe ich aufgehört. Die übrigen 15 Minuten habe ich genutzt, um einen Schuss-Satz zu schreiben und um das Geschriebene zu lesen. Einmal drüber, um grobe Schnitzer zu erkennen. Aber, wie ich ja schon schrieb: Ich habe nicht viele gefunden. Und ich denke, das liegt am veränderten Fokus, am veränderten Denken, an der veränderten Einstellung.

Du kannst dir aber genauso gut statt einer Stunde zwei Stunden geben – hier ist nichts in Stein gemeißelt. Wichtig ist nur, dass du dir ein Limit setzt und es nicht überschreitest.

Probiere es doch einmal (oder zweimal) aus und schreibe mir, wie du mit dieser Strategie zurechtgekommen bist. Oder setzt du etwas derartiges bereits in deinem Arbeits- und Schreiballtag ein? Wie empfindest du es, in kurzer Zeit ein Ergebnis „in der Hand“ zu haben? Schreib mir gern Erfahrungen, Anregungen und Kritik in die Kommentare!

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