Warum wir echte Menschen als Sparringspartner brauchen

Ich liebe unsere virtuelle Welt, so vieles kann man mittlerweile online erledigen. Wir können virtuell coworken, uns online beraten lassen, wir können Online-Coachings anbieten und sind damit unglaublich flexibel und frei in unserem Arbeiten. In virtuellen Gruppen tauschen wir uns aus und unterstützen uns gegenseitig.

Ich habe eine Mastermind-Gruppe, mit der ich mich einmal in der Woche online treffe, um dort über unsere Pläne und Ziele zu diskutieren. Und dennoch: Ich brauche Austausch mit echten Menschen. Das ist mir am vergangenen Wochenende wieder einmal klar geworden. Denn meine Mastermind-Gruppe traf sich face-to-face hier in Bielefeld zur ersten Workation. Oder sagen wir lieber #Bielecation!

Es muss irgendwann Ende 2018 gewesen sein, da kamen meine Mastermind-Kolleginnen auf die Idee, wir müssten mal eine Workation zu dritt machen. Und ich war sofort Feuer und Flamme – und auch voller Sorge, ob ich das denn hinbekomme. Denn ich bin aufgrund meiner Lebenssituation nicht die flexibelste Person, spontan wegfahren geht einfach mal nicht. Aber der Plan, den sie mir vorschlugen, klang machbar: Wir treffen uns einfach in Bielefeld, dann musst du nicht so viel organisieren und hast auch keine Reisezeiten. Gesagt, getan. Und ich weiß jetzt schon, dass ich das wieder haben will!

 

Workation – der neue Trend?

Ich habe den Eindruck, dass derzeit Angebote zum Thema Workation wie Pilze aus dem Boden schießen. Liegt vielleicht wieder mal an meiner ganz persönlichen Bubble, aber gefühlt bietet gerade jeder zweite Coach auch Workations an. Man fährt also irgendwo hin und arbeitet dort. Gemeinsam. In einer mal größeren, mal kleineren Gruppe, mit verschiedenen Zusatzangeboten wie etwa Coaching oder Workshops zu Business-Themen.

Da winkt das (in meinen Augen ausgelutschte) Thema Work-Life-Balance. Wir machen nicht einfach nur Urlaub, sondern verknüpfen das tolle Reiseerlebnis mit unserer Arbeit. Immerhin lieben wir ja unsere Arbeit und es ist somit keine Frage, sie überallhin mitzunehmen.

Ich denke anders darüber, für mich stünde bei so einer Unternehmung definitiv die Arbeit im Vordergrund. Ein Urlaub hat in meinen Augen eine besondere Qualität dadurch, dass wir eben nicht arbeiten. Aber gut, vielleicht bin ich da zu altmodisch unterwegs.

Für mich ist ein solches Workation-Angebot keine Option, weil mir dieser festgesteckte Rahmen nicht zusagt und ich zu wenig Einfluss auf Unterbringung und Tagesstruktur hätte. Aber selbst organisieren? Mit Menschen, die ich mag und die ich schätze? Jederzeit, sofern ich es irgendwie einrichten kann! Insofern war die #Bielecation eine großartige Möglichkeit, online durch offline zu erweitern.

 

Berlin-Hamburg-Bielefeld – eine gute Verbindung

Unsere kleine Mastermind-Gruppe arbeitet jetzt seit etwa einem Jahr gemeinsam, da wurde es einfach Zeit für ein reales Treffen. Sandra arbeitet in Berlin als Texterin mit Schwerpunkt Reise und Tourismus. Mirjam ist Fotografin mit Homebase in Hamburg und baut sich gerade ein zweites Standbein als Expertin für digitales Marketing auf. Und wer die Wahl hat zwischen Berlin, Hamburg und Bielefeld, dem fällt die Entscheidung natürlich nicht schwer 😉

Willkommen in Bielefeld! Wir treffen uns freitags am frühen Abend, da wird nicht mehr viel gearbeitet. Und neben der Überraschung, dass es Bielefeld wirklich gibt, darf ich sogar noch mit einer breiten Auswahl an Cafés und Bars überraschen. Bielefeld hat nämlich nicht nur viele schöne Ecken, sondern auch eine ansehnliche Gastro-Szene. Glaubt man gar nicht, ist aber so. Und das müssen sogar Berlin und Hamburg zugeben.

Wir essen also gut zu Abend und planen schon mal den Samstag, denn wir haben viel zu tun! Immerhin ist dies ja kein Kaffeekränzchen, sondern ein Wochenende zum gemeinsamen Arbeiten! (Naja, Kaffeekränzchen war auch dabei – aber hey, man muss auch mal Pause machen!)

 

Einfach schöne Bilder, Reiseberichte und entspannt bloggen

Sandra ist in dreifacher Mission unterwegs, immerhin hat sie auch drei Blogs, die sie regelmäßig bespielt. Daher sucht sie nicht nur die schönsten Laufstrecken und Cafés in Bielefeld, sondern auch alles, was britisch ist. Ich finde das immer wieder faszinierend und es wundert mich gar nicht, dass sie den Samstag nutzt, um an ihren Blogs zu arbeiten.

Ich komme nicht zum Bloggen, denn ich habe Mirjam gebeten, ihre Kamera mitzubringen. Als Mensch, der auf Fotos immer komisch guckt, habe ich lange mit Provisorien auf Website und Social Media gelebt. Aber diese Gelegenheit musste ich einfach ergreifen. Mirjam macht einfach schöne Bilder und ich weiß, mit ihr kriege ich auch meine Vorbehalte gegenüber Fotoshootings in den Griff.

Die Ergebnisse gibt es bald zu sehen, denn sie sind wirklich sehenswert. Ich bin überrascht, wie viel mehr Mirjams Fotografen-Auge sieht. Wo ich eine Wohnung sehe, sieht sie Motive. Und wo ich keine klaren Vorstellungen von mir als Fotomodell habe, da bastelt Mirjam aus ein paar Möbeln und Requisiten eine schicke Büro-Szene (nur ohne Büro). Entspannt und zielgerichtet bloggen in Bildern – genau wie ich mir das vorgenommen habe.

 

Arbeit, Wert und Austausch – unbezahlbar!

Während unserer Kaffeepausen diskutieren wir darüber, wie wir uns Arbeit vorstellen, was wir uns wünschen, welche tollen Erlebnisse wir mit unserer Arbeit verbinden. Denn Wert von Arbeit ist immer wieder ein Thema bei uns – auch schon online. Und wenn ein Tag dann so gut läuft und alle glücklich mit dem Ergebnis sind, dann schmeckt der Kuchen am Nachmittag noch mal besser.

Und auf einmal spürst du: So sollte Arbeit sein!

Obwohl wir ja einmal pro Woche per Videochat miteinander sprechen und auch zwischendurch über Chat kommunizieren, ist dieser direkte Austausch von einer anderen Qualität. Ich bin zwar nicht die ganze Zeit dabei, weil ich natürlich zwischendurch Zeit mit Junior verbringen will, aber das ist nicht mehr als ein kleiner Wermutstropfen.

Klar wäre es toll, ein ganzes Wochenende intensiv mit Arbeiten und Masterminden zu verbringen, aber das kann ja noch werden. Spätestens, wenn wir eine Workation in Berlin oder Hamburg oder in einer ganz anderen Stadt planen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es nicht bei einer #Bielecation belassen. Vielleicht folgt bald eine Hamburcation? Oder eine Berlication? Fortsetzung folgt…

Bild: Mirjam Kilter, Achtsame und authentische Businessfotografie

2 Gedanken zu „Warum wir echte Menschen als Sparringspartner brauchen

  1. Danke Anna, das wirkt richtig ansteckend, was du schreibst. Ich bin ein großer Fan von virtuellem Coworking. Es ist unglaublich wie fokussiert ich dabei immer wieder richtig viel schaffe, immer mit der Möglichkeit für Rückfragen an die Gruppe! Aber ein persönliches Treffen, eine Workation, setzt dem noch die Krone auf! Da denke ich mal dran hin wie ich das umsetzen kann. Danke dir für diesen Impuls. LG Nora

    1. Hallo Nora,

      finde ich super, wenn mein Artikel gleich Lust darauf macht, das nachzumachen. Vielleicht hast du ja auch schon jemanden im Hinterkopf, mit dem Arbeiten live und in Farbe so richtig produktiv sein könnte. Für uns drei war das ein wirklich gutes Erlebnis und ich denke, dass wir im Frühjahr/Sommer auf jeden Fall noch mal zusammen arbeiten werden.

      LG, Anna

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