Redaktionsplan – Ja oder Nein?

Du hast einen Blog und sicher hunderte von Ideen im Kopf. Du sprudelst quasi über, weil du deine Themen in die Welt bringen willst. Hochmotiviert startest du mit deinem Blog… Und dann kommt der Alltag. Dann kommen das Tagesgeschäft, die Kunden, die Kinder, die Hobbys, die Müdigkeit. Und du verschiebst die Veröffentlichung. Erst einmal, dann vielleicht noch einmal. Und mit jedem Schieben geht dir auch ein Stück Motivation flöten. Kann dir ein Redaktionsplan dabei helfen, dass du dranbleibst? Oder ist das auch wieder nur ein Optimierungs-Tool, das man dir verkaufen will?

Ich will es hier gar nicht unnötig spannend machen, denn meine Meinung zum Thema ist eindeutig: Ja, ein Redaktionsplan kann dir dabei helfen, organisierter, motivierter und produktiver zu bloggen. Wie genau du diesen Plan gestaltest, kann ganz individuell sein. Ich möchte dir trotzdem ein paar Tipps an die Hand geben, die sich bewährt haben.

 

Sicherheit und Klarheit beim Bloggen durch einen Redaktionsplan

Was macht nun so ein Plan mit dir und deinem Blog? Er macht zunächst einmal deinen Kopf leer. Denn hier kannst du alles „parken“, das dir an Themen zugeflogen kommt. Alles, was dir im Kopf herumschwirrt. Gleichzeitig kannst du dir sicher sein, dass nichts verloren geht. Alle Ideen und Themen bleiben sicher verwahrt. Dadurch kannst du dich auf genau das eine Thema konzentrieren, an dem du jetzt gerade arbeitest. Das ist also erst einmal Erleichterung. Und es ist Fokus. Du weißt, was zu tun ist und du weißt auch, bis wann es zu tun ist.

Mit dieser Klarheit gehen dann auch Regelmäßigkeit und Routine einher. Denn du weißt ja, dass dein Blog am besten wächst, wenn du ihn regelmäßig mit neuen Inhalten bestückst. Du möchtest ja nicht einfach nur schreiben, sondern du möchtest, dass dein Blog auch gelesen wird. Dass er wächst und dass deine Leser deine Inhalte konsumieren und weiter verbreiten. Und das geht am besten, wenn du regelmäßig Content veröffentlichst. Mit einem Plan legst du für dich ganz konkrete Ziele fest, an denen du verbindlich arbeitest. Stück für Stück, Thema für Thema.

 

Welche Form soll mein Redaktionsplan haben?

Ein Redaktionsplan kann ganz unterschiedlich aussehen – je nachdem, wer ihn benutzt. Menschen, die Papier bevorzugen, können ihn als Wandplaner, als ausgedruckte Liste oder Tabelle führen. Es gibt auch Blogger, die den Redaktionsplan in ihren Planer oder ihr Bullet Journal integriert haben. So können sie jederzeit auch unterwegs neue Inhalte eintragen und planen. Es gibt auch spezielle Blogplaner, zum Beispiel dieser hier von Kreavida. Andere nutzen vielleicht das Kanban-System, um ihre Artikel übersichtlich darzustellen und immer genau zu sehen, wo sie im Prozess gerade stehen.

Natürlich kann man einen Redaktionsplan auch digital führen. Angelehnt an das Kanban-System ist die App Trello, die ich für ein sehr hilfreiches Tool halte. Man kann einen Plan aber aber auch mit Excel erstellen; das ermöglicht es dir, viele Informationen übersichtlich unterzubringen.

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Wichtig ist eigentlich nur, dass du ihn auch benutzt. Dass er zu dir passt und du gern damit arbeitest. Denn planen ist – wie schreiben auch – etwas sehr individuelles. Und ein Redaktionsplan, der ungenutzt irgendwo herumliegt, nützt dir eben einfach nichts.

Mit einem Redaktion erleichterst du dir die Arbeit am Blog.

Welche Informationen gehören in den Redaktionsplan?

Grundlage für deinen Redaktionsplan sollte ein Kalender sein, denn so hast du viele wichtige Informationen direkt im Blick, die deinen Blog beeinflussen können:

  • Feiertage und wichtige Feste (Kuriose Feiertage findest du hier)
  • Gedenk- und Aktionstage (Eine Liste findest du zum Beispiel hier oder auf Wikipedia)
  • Ferienzeiten (Wichtig vor allem dann, wenn du Kinder hast und deine Arbeitszeit mit den Betreuungszeiten steht und fällt. Und auch deine Kunden betrifft das eventuell.)
  • Events, Jubiläen, Messen, Barcamps etc.
  • Wichtige Daten wie Produkt- oder Kurslaunches oder wichtige Termine, die dein Business betreffen

 

Wichtige Daten rund um den jeweiligen Artikel

Ansonsten gehören natürlich alle Informationen zu dem geplanten Content in deinen Redaktionsplan. Natürlich ist hier nichts in Stein gemeißelt und du wirst sicher nach und nach dein eigenes System entwickeln. Aber nimm gern diese Liste hier als Anregung:

  • das geplante Veröffentlichungsdatum des Blogbeitrags
  • Thema und eventuell auch schon Arbeitstitel
  • Rubrik oder Reihe, in der der Beitrag erscheint (bei mir also Schreiben, Bloggen, Content Marketing, Produktivität, …)
  • das Medium (Text, Audio, Video)
  • das geplante Format des Beitrags (zum Beispiel Artikel, Blogpost, Interview, E-Book, Checkliste, Whitepaper)
  • den Beitragstyp (Die besten…, Erklärung: Wie du…, Erfahrungsbericht/Test, List-Post, Gastbeitrag)
  • das geplante Keyword beziehungsweise die Keywords
  • den Call to Action (CTA), also das, was der Leser im Zusammenhang mit dem Beitrag tun soll (kommentieren, Zusatzmaterial herunterladen, Newsletter abonnieren etc.)
  • Status des Beitrags (veröffentlicht, offen, in Bearbeitung)

Und damit hast du schon alle wichtigen Infos für deine Planung zusammen: Auf einen Blick weißt du, womit du dich in den nächsten Tagen und Wochen beschäftigen musst. Und je nachdem, wie du den Redaktionsplan befüllst und führst, siehst du auch, was du schon geschafft hast. Das motiviert noch zusätzlich. Du kannst sogar zur Erfolgskontrolle wichtige Kennzahlen wie Aufrufe oder Anzahl der Shares und Kommentare in deinen Redaktionsplan hineinschreiben. Dann siehst du genau, welche Beiträge gut funktionieren und welche eher nicht. Probiere Dinge aus und lerne – nur so entwickelst du dich weiter.

 

Wie oft soll ich Beiträge veröffentlichen?

Je nachdem, wie routiniert du bist, kannst du deine Veröffentlichungs-Frequenz jederzeit anpassen. Starte lieber mit weniger Beiträgen, die du dann aber auch schaffst. Setze dir realistische Ziele. Dafür musst du dir auch überlegen, wie viel Zeit du tatsächlich neben deinem Tagesgeschäft zum Bloggen zur Verfügung hast. Sei ehrlich und rechne Rand- und Nachtzeiten nicht voll ein. Nutze die Fokus-Zeit, die du hast, lieber für weniger gute Artikel als dass du dich abmühst, um deine unrealistische Planung abzuarbeiten.

Bloggen und Blogaufbau ist ein langfristiges Projekt. Gib dir und deinem Content Zeit, sich zu entwickeln. Nur so bleibst du langfristig dabei und behältst den Spaß am Schreiben bei.

Produktiver mit Redaktionsplan - plus Vorlage!



Soll ich schon für das ganze Jahr planen?

Natürlich kannst du dir feste Termine, zu denen du einen passenden Beitrag produzieren willst, schon eintragen. Ich empfehle aber, die „richtige“, genaue Planung im 12 Wochen-Rhythmus zu machen. 12 Wochen ist ein überschaubarer Zeitraum, in dem du aber schon eine Menge schaffen kannst. Auf der anderen Seite ist die Zeitspanne so klein, dass du dir kein „auf die lange Bank schieben“ leisten kannst. Hast du Pläne für Juni, denkst du dir im März vielleicht „ach, ich hab ja noch sooooo viel Zeit“. Und dann verdaddelst du deine wertvolle Zeit. Hast du aber immer die nächsten 12 Wochen im Blick, dann kannst du nicht lange aufschieben. Denn sonst gerätst du mit deinen Arbeiten schnell in Rückstand – und der ist mit einer 12-Wochen-Planung nur schwer aufzuholen. (Die Idee mit dem 12-Wochen-Plan ist übrigens nicht von mir, sondern von Brian P. Moran.) Probiere es doch mal aus!

 

Warum du jetzt mit deinem Redaktionsplan starten solltest

Ein Redaktionsplan hilft dir dabei, den Überblick über deine Blogging- (und damit Marketing-!)Aktivitäten zu behalten. Wenn du planst, weißt du genau, was du zu tun hast und was nicht.

Du behältst den Fokus und auch die Kontrolle über dein Schreiben. Du hast klare Ziele, die du dir selber steckst.

Ein Redaktionsplan spart Zeit. Du musst dir nicht jede Woche neu überlegen, was du schreibst oder deine Ideen-Listen durchwühlen. Du hast klare Vorgaben und kannst dich danach richten. Wenn du jetzt glaubst, die Planung würde dich Zeit kosten, kann ich dir aus Erfahrung sagen: Die zeit, die du gewinnst, ist um ein Vielfaches größer.

Du selbst bestimmst, was du tust und was nicht. Das ist produktiv, clever und eine gute Übung. Und wenn etwas mal nicht so klappt, wie du es dir vorgenommen hast: Plane um. Es ist nichts in Stein gemeißelt, aber ein Plan gibt dir die Sicherheit, die du brauchst, um zu wachsen und dich zu entwickeln. Ich wünsche dir eine produktive Zeit und viel Spaß beim Planen.

Was sagst du zum Thema Redaktionsplan? Nutzt du einen oder ist dir das zu viel Optimierung? Welche Form Redaktionsplan funktioniert bei dir am besten? Digital? Analog? Lass mir doch einen Kommentar hier – ich freue mich, von dir zu lesen!

Strategisch bloggen mit Redaktionsplan.

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