Wie soll ich mit negativen Reaktionen umgehen? #10minBlog

In meinen Coachings geht es ja eigentlich um das Thema Bloggen. Allerdings kommt auch immer wieder zur Sprache, wie man denn jetzt mit Kommentaren umgehen soll – vor allem solche, die nicht konstruktiv und schon gar nicht nett sind.

Ich denke, hier gibt es kein richtig oder falsch. Und ich kann jeden und jede verstehen, der oder die negative Kommentare löscht, um dort keine Energie zu verschwenden.

Aber es gibt auch Gründe dafür, das nicht zu tun, sondern zu antworten. Dazu müssen wir aber erst einmal einen Schritt zurück machen:

Ja, der Umgangston im Web ist manchmal echt harsch. Leute lassen ihren Frust ungefiltert ab, schreiben, als würde sie niemand lesen oder als würden sie niemanden damit treffen können.

Um Beiträge zu kommentieren, müssen wir dem Empfänger nicht ins Gesicht schauen, wir sehen seine oder ihre Reaktion auf unseren Kommentar nicht. Alles ist anonymer, selbst wenn wir unter unserem richtigen Namen kommentieren.

Aber was wir uns als Autoren oder Seitenbetreiber klar machen müssen, ist doch dies: Wir sind gar nicht gemeint. Der Kritiker kennt uns ja gar nicht. Er oder sie macht hier nur eine Aussage über sich selbst, nicht über uns.

Und mit diesem Abstand kann ich dann auch eine Chance in der Beantwortung dieser Kommentare erkennen: Nämlich die, die Unterhaltung auf die Informationsebene zurückzubringen – da wo sie eigentlich hingehört.

Gerade wenn Kommentare einfach nur am Thema vorbeigehen, würde ich antworten. Ich frage nach, worum es denn eigentlich geht und ob die Kritikerin mir genau erklären kann, was sie wirklich meint.

Klar, das kann der Beginn einer endlosen Debatte sein, aber es kann eben auch sein, dass der Kommentator merkt, dass er hier gar nicht weiterkommt. Weil wir nur auf Informationsebene, also Sachebene, antworten.

Wie ich meinem Sohn immer erkläre: Es gibt Menschen, die benehmen sich blöd. Und dagegen können wir nichts tun. Wir können Menschen nicht ändern, aber wir können etwas an unserer eigenen Reaktion darauf ändern.

Und wenn wir uns klar machen, dass wir nicht gemeint sind, dann können wir höflich aber bestimmt unsere Meinung vertreten.

Ich bin froh, dass mir solche negativen Kommentare bislang größtenteils erspart geblieben sind. Aber ein paar hatte ich schon. Und ich glaube ganz fest daran, dass wir uns einen Gefallen tun, die undifferenzierte Kritik nicht einfach zu löschen, sondern sie in einen Kontext zu setzen, wo sie hingehört.

Dann ist unser eigenes Gefühl dazu besser. Und wir zeigen dem Rest der Community, dass wir Kritik ernst nehmen – wenn sie denn angemessen transportiert wird.

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