Wie wollen wir 2019 bloggen? Authentisch schreiben

Ein kleiner Wink, ein Post auf FB, ein Bild mit einer Aussage, die uns aufhorchen lässt. Und denken. Und eine Idee weiterspinnen, die jemand anderes angefangen hat. Und schon sind wir im Gespräch. In einem Austausch über Themen, die uns wichtig sind. Im besten Fall jedenfalls. Denn in all den Kommunikationsangeboten im Web müssen wir doch mühsam die herausfiltern, die uns ansprechen. Oder doch nicht? Ein paar Gedanken und Wünsche zum Thema Kommunikation im Web und warum ich mir wünsche, dass wir mehr authentisch schreiben.

Friederike Kunath von SchreibStimme hat kürzlich einen Wunschzettel veröffentlicht: 4 Wünsche für ihr Content-Traumjahr 2019. Sie schreibt darüber, wie sie Kommunikation erleben möchte und wie wir uns einer Welt mit besserem Content nähern können. Wovon wollen wir mehr sehen in dieser digitalen Welt beziehungsweise jeder in seiner eigenen? Denn jeder von uns sieht nur einen klitzekleinen Teil vom Web. Friederike öffnet dieses Thema, das auch ich schon angestoßen hatte, wiederum für andere. Eine Blogparade. Hier ist meine Antwort.

 

Ich habe keine Lust mehr!

Es ist kein Wunder, dass sich viele Blogger fragen, ob sich Bloggen überhaupt noch lohnt. Denn stimmt, jedes Thema wurde schon mal behandelt, so richtige Nischen-Nischen gibt es nicht mehr. Und andere Blogger haben dieses oder jenes Thema doch schon auf ihrem Blog – wie kann sich mein Artikel denn da überhaupt noch aus der Masse hervorheben?

Braucht es noch mehr Blogs? Gehen wir nicht eh schon unter in der Masse aus gutem (und auch nicht so gutem) Content? Ich sage: JA! Ja, es braucht noch mehr Blogs, denn es gibt noch Geschichten, die erzählt werden wollen. Ich möchte diese Geschichten lesen, möchte mich austauschen, das Erlebte reflektieren und besprechen. Ich möchte all diese wichtigen Botschaften empfangen.

Was ich nicht mehr möchte, ist die hundert-tausendste Anleitung im gleichen Stil lesen. Ich will nicht noch mehr Standard-Artikel, die ich so oder so ähnlich schon x-mal gelesen habe. Der Einheitsbrei nervt und langweilt mich. Und ja: Auch ich spüre diesen Wind in meiner Community und in meinem eigenen Content-Konsum. Diese Gier nach echtem Austausch statt der Jagd nach Likes und Herzchen.

Ich will Geschichten, echte, wahrhafte Geschichten. Die das Leben schreibt bzw. findige, fühlende Autoren. Blogger.

 

Authentisch schreiben

Weg mit dem „man“, weg mit dem „wer, der“, weg mit dem „sollte“, weg mit den „Geheimrezepten“. Stattdessen her mit echten Menschen. Ja, wir kochen alle nur mit Wasser. Das dürfen wir doch zeigen, oder? Es gibt so viele schöne Bilder, schöne Menschen, schöne Erlebnisse – aber sind das die, die dich berühren? Wenn alles nur noch schön ist, dann fehlt doch ein wichtiger Teil vom Leben, oder?

In meinem Leben ist nicht alles schön. Es gibt harte Tage, es gibt Kämpfe und Zweifel und es gibt auch mal Tage, an denen ich keinen Bock habe und alles hinschmeißen möchte.

Muss ich an solchen Tagen dennoch schöne Texte schreiben? Ja, na klar… ich muss jetzt nicht grundlos rumpöbeln und schlechte Laune verbreiten, aber ich darf doch darüber schreiben, dass was schief läuft? Ich verspreche auch, einen Ansatz zu liefern, wie man eine solchen Krise meistern kann.

Ich möchte von Menschen lesen, vom Leben. Nicht von gestylten Puppen, die mir eine Welt zeigen, die gar nicht existiert. Wir sehen doch eh immer nur einen kleinen Teil der Wirklichkeit (wenn sie überhaupt existiert). Da muss ich doch nicht zusätzlich mit Filtern und Masken arbeiten…

 

Geschichten vom Scheitern

Hochglanz-Erfolgsgeschichten mit Loft Porsche habe ich jetzt ganz viele gelesen und gesehen. Aber was ist denn mit den Misserfolgen? Misserfolge werden derzeit schon wieder gehypt, weil es doch mutig ist, darüber zu berichten, wie man (einen Blog, ein Business, eine Idee, eine Kooperation) in den Sand gesetzt hat.

Was aber, wenn wir die kleinen und großen Misserfolge nicht als mutig, sondern als normal ansehen? Wie viele miese Artikel habe ich geschrieben, bis ich einen richtig erfolgreichen hinbekommen habe? Einige! Und ich empfinde das nicht als Schwäche, sondern als Erfolg. Denn all diese „gescheiterten“ Artikel haben mich zu einer besseren Bloggerin gemacht.

Ja, ich erzähle von meinen miesen ersten Artikeln, die kein Schwein lesen wollte. Und ich schreibe von meinen ersten Schritten in Sachen Content Marketing. All diese Schritte waren wichtig, um zu wachsen und erfolgreich zu werden.

Dennoch: Ich möchte nicht, dass alle die gleichen Fehler machen. Daher erzähle ich ja meine Geschichten und poste meine unperfekten Websites. Zum Lernen.

 

Meinung bilden, diskutieren, Meinung machen

In die gleiche Kerbe schlägt mein Wunsch nach Meinungen. Ja, nach starken Meinungen. Leider sind viele Blogger besonders am Anfang gehemmt, sich zu zeigen. Aus Angst vor den möglichen Reaktionen schreiben sie lieber Einheitsbrei.

Dabei sind starke Meinungen doch wichtig: Für unsere Positionierung, für unser Marketing. Eine Meinung ist doch das, woran wir uns reiben können. Klar, wir können auch zustimmen, aber die besten Diskussionen sind doch die, wenn wir eben nicht alle die gleichen Gedanken zum Thema haben.

Starke Meinungen, andere Meinungen, außergewöhnliche Meinungen – das sind oft die Artikel, die die größte Reichweite erzielen. Ja, wir dürfen unsere Meinung sagen, sofern sie als solche gekennzeichnet ist.

Und ja, wir dürfen uns über vermeintliche Regeln hinwegsetzen, wenn wir einen guten Grund dafür haben. Ich möchte mehr Mut, mehr Diskussion, mehr echten Austausch zwischen echten Menschen. Mit Ecken und Kanten, mit Haltungen. Und ich bin mir sicher, dass es nicht nur mir so geht.

 

Neugier und Offenheit

Sowohl bei der Wahl der Themen, als auch der Formate wünsche ich mir mehr Offenheit. Klar, List-Posts mit 7 oder 10 Punkten sind super… Aber was ist, wenn ich nur zwei habe? Kann ich das dann überhaupt noch List-Post nennen? Und muss ich das eigentlich benennen?

Lasst uns doch einfach mehr schreiben. Schreiben, wie es gerade fließt. Und entweder, wir sind dann so glücklich, mutig und offen, dass wir auf „Veröffentlichen“ klicken, oder eben nicht.

Aber lasst uns schreiben. Echt, authentisch schreiben. Als Menschen, als Blogger, als Unternehmer. Wir sind keine Inseln, brauchen den Austausch mit anderen, am meisten mit unserer Zielgruppe. Denn nur so können wir uns weiterentwickeln. Und lernen.

Indem wir auch anderen Content neugierig aufnehmen, Meinungen wahrnehmen und diskutieren, entwickeln wir vielleicht eine ganz neue (oder alte) Form von Netzwerken und Austausch. Das wäre mein Wunsch für 2019 und darüber hinaus.

Hast du auch einen Wunsch, wie wir künftig im Web und in der Blogosphäre kommunizieren wollen? Lass uns doch hier in den Kommentaren oder gleich auf Friederikes Blog weiterdiskutieren!

 

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Authentisch schreiben, Bloggen 2019, Kommunikation im Web

4 Gedanken zu „Wie wollen wir 2019 bloggen? Authentisch schreiben

  1. Hallo Anna,
    danke, dass du uns oder besser: mir, Mut machst authentisch zu schreiben. Ich habe oft Angst vor der Verurteilung, dass meine Meinung falsch sei. Vielleicht versuche ich es einfach mal wieder. Ich werfe mich ja gerne ins kalte Wasser, um schwimmen zu lernen 😉
    Liebe Grüße,
    Sonja

    1. Hallo Sonja,

      ich glaube, du kannst nur gewinnen. Die kaltes-Wasser-Metapher mag ich persönlich nicht so, denn auch wenn es erst einmal Angst machen kann, muss es ja nicht unangenehm sein. Vielleicht ist diese diffuse Angst ja gar nicht real? Und vielleicht erwartet dich der schönste und ehrlichste Austausch überhaupt mit deinen Lesern? Ich habe da bei deinem Thema schon einige Stellen gefunden, an denen wir uns reiben. Aber das ist doch gerade schön! Es hat ja nicht die eine Recht und die andere Unrecht. Wir haben nur verschiedene Sichtweisen auf die Welt. Und wenn wir es genau nehmen, dann sogar NUR AUF UNSERE EIGENE WELT. Denn deine kenne ich ja gar nicht. Ich freue mich, weiter von dir zu lesen – gerade deine starke Meinung!

      Liebe Grüße
      Anna

    1. Stimmt, da sind wir wieder nah beieinander, liebe Christiane. Ich glaube, dass wir immer mehr werden und dass die 08/15 Anleitungen weniger werden. Weil wir eben Geschichten lieben und keine Marketing-Geblubber-Texte, die alle gleich klingen. Weil echter Austausch wichtiger ist als Klicks und Likes.

      Liebe Grüße
      Anna

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