Der Wert von Ideen: Wie aus Gedanken Pläne werden

Eine Idee zu haben kann eine tolle Sache sein – wenn man auch etwas damit anfangen kann. Ideen, Kreativität, etwas (er)schaffen – Begriffen, mit denen sich Blogger und Schreiberlinge an sich immer beschäftigen (müssen). Aber darüber schreiben? Der Aufruf von Gitte Härter zur Blogparade kam vielleicht gerade recht. Denn manchmal frage ich mich wirklich: Wohin mit den vielen Ideen? Was mache ich mit dem ganzen Wust, mit den Blitzen, mit den Ansätzen für irgendwas?

Ich denke, jeder hat mal diese Momente oder Phasen, in denen er/sie/es unglaublich kreativ ist. Die Gedanken fließen, die Ideen sprudeln, man verspürt eine ungeahnte Energie, scharrt mit den Hufen, möchte sofort loslegen…

… Ja, womit denn eigentlich? Oftmals sind Ideen eben Ideen – und zwar ungeordnet, flüchtig und wuselig (ja, das ist nun mal das beste Wort dafür, ihr kennt das). Eine Idee ist in erster Linie mal ein Gedanke und als solcher muss er auch erst einmal seinen Platz finden in den Denkstrukturen und Mustern, die bereits da waren. Und nicht immer gelingt das so recht: Manche Ideen schaffen es nicht, sich gegen den Alltagstrott der Gedanken und des Handelns durchzusetzen und landen dann auf dem Friedhof der verworfenen Ideen (und Pläne).

 

Was ist denn eigentlich eine Idee?

„Idee“ ist einer der Begriffe, die sehr intuitiv verstanden werden, bei denen aber keiner so recht weiß, was das eigentlich ist. Wikipedia zum Beispiel nennt eine Idee im allgemeinsprachlichen Verständnis „einen Gedanken, nach dem man handeln kann, oder ein Leitbild, an dem man sich orientiert.“ Es ist aber auch ein Begriff mit einer langen philosophischen Geschichte: Schon Platon hat sich damit auseinandergesetzt. Und Albert Einstein wiederum sagte:

Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.

Das ist, glaube ich, das Verzwickte an Ideen. Dass man sie bewertet. Denn bliebe es bei einem wahnsinnig kreativen Schub, der einen dazu treibt, einfach drauf los zu schreiben/zu malen/zu denken, dann wäre es ja nicht so schlimm. Dann hätte man eine Idee, einen Gedanken und setzte ihn um – im besten Falle sogar in ein Produkt, wie in der Kunst. Es gibt aber auch Ideen, die wollen Pläne werden. Sie wollen, dass man sich mit ihnen auseinandersetzt, sie weiterentwickelt. Dass man seine ganze Energie hineinsteckt, aus dieser Idee etwas Grandioses zu schaffen. Was kann man nun machen, um von solchen raumgreifenden Ideen nicht übermannt zu werden?

 

Wie kann ich meine Idee weiterdenken?

Diese Art der Idee sehe ich im Gegensatz zu den kreativen künstlerischen Schüben. Bei denen stelle ich mir immer einen Künstler vor, der sich vollkommen verliert in seiner Kunst. (Am besten nachts, bei mir war das jedenfalls immer so.) Ein Maler, der die Farbe nur so auf die Leinwand wirft oder ein Autor, der so schnell tippt, dass sich die Seiten wie im Fluge füllen. Aber es gibt eben auch diese grüblerischen Ideen, die sich festsetzen. Bei denen man nicht weiterkommt. Die muss man anders angehen: Man muss sie jemandem erzählen.

Ideen verbessern: Zu mehreren denken

Die Person sollte eine Art Experte für das jeweilige Thema sein. Oder jemand, der etwas Ähnliches schon erlebt oder gemacht hat. Der also etwas zur Weiterentwicklung beitragen kann und neue Impulse setzen. Der die Idee mit dir gemeinsam sortieren kann. Denn nur so wird aus einem Gedanken ein Plan. Ich habe selbst gerade im vergangenen Jahr viele Menschen mit Ideen getroffen. Aber die meisten von ihnen brauchten Unterstützung und Feedback, um sie weiterzudenken. Ich im Übrigen genauso.

 

Den Überblick behalten: Wenn Ideen zu groß werden

Ein Bekannter von mir arbeitet seit über zwei Jahren an der Umsetzung seiner Idee, die aber eher eine Vision geworden ist. Ein Idealzustand, den er sich erträumt und vorstellt, bei dem aber der Weg dahin nicht klar ist. Es geht um viele verschiedene Dinge. Ein Business und Geld, aber vor allem um Positionierung und Freiheit. Und irgendwie auch um Identität. So arbeitet er immer wieder an Kleinigkeiten, verwirft wieder, setzt etwas Neues auf. Unermüdlich, aber ohne wirklich voranzukommen. Ich habe in vielen Gesprächen immer wieder gehört: „Jetzt mache ich es einfach!“ Und ein paar Wochen später dann: „Es passte nicht ganz, ich mache es noch einmal neu“. Bei solchen Ideen oder Visionen, bei denen man irgendwo auf dem Weg zur Umsetzung steckenbleibt, ist es noch schwieriger zu einem positiven Ende zu kommen. Mit jedem gescheiterten oder verworfenen Projekt steigt der Perfektionismus-Kurve an. Und macht das Projekt, die Idee, noch größer.

Ich plädiere ja immer für Unperfektheit, da ich denke, gerade große Ideen entwickeln sich immer weiter. Sie sind nie perfekt und werden es auch nie sein. Daher macht es auch keinen Unterschied, ob man mit einer schnell zusammengebasteten Website an den Start geht und sie Stück für Stück optimiert. Es ist auch nicht wichtig, ob wirklich jedes Wort perfekt passt und sitzt – denn es wird Feedback geben und auf dieser Basis wird die Seite verbessert. Immer wieder.

 

Communities: Die Ideen-Schmieden

Seit etwa einem Jahr treibe ich mich hier in Bielefeld in der Startupszene herum. Das ist einerseits eine großartige Möglichkeit, um sein Netzwerk zu vergrößern, andererseits aber auch eine gute Bühne, Prozesse mit Gleichgesinnten zu besprechen, abzugleichen, sich Feedback einzuholen. Das Tolle daran ist, dass man hier Menschen findet, die an einem ähnlichen Punkt in ihrem Leben beziehungsweise in ihrem Business sind. Sie kennen die Probleme und Schwierigkeiten, mit denen man sich herumplagt. Sie können auch vermutlich ein paar Tipps geben, damit du nicht die gleichen Fehler machst und dir alles etwas leichter von der Hand geht.

Das wichtigste aber: Man kann hier seine Ideen testen. Sie auf ihren Realitätsgehalt hin prüfen. Denn es nützt nichts – wirklich gar nichts – wenn du dich mit Ideen und Projekten herumschlägst, die  niemanden interessieren. Eine Community, die ehrliches, wohlwollendes Feedback gibt und am besten noch aus vielen verschiedenen Personen und Perspektiven besteht, ist unbezahlbar. Aber auch Verwandte, Freunde und Partner können wertvolle Einschätzungen geben.

 

Auf dem Boden bleiben: Manche Ideen sind eben nur Ideen

Lass dich von deinen Ideen nicht zermürben – es gibt auch solche, die eben einfach Ideen bleiben sollten. Die nicht zu großen Projekten werden sollten, ja es auch nicht werden dürfen, damit wir weiter den Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben und im Business legen können.

 

Bild: Public Domain. WildOne, Pixabay

 

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