Das Guten-Morgen-Experiment – ein Selbstversuch (3)

Nachbeben. Eine gute Woche nach meinem kleinen Versuch muss ich dann doch noch einen Nachtrag liefern. Denn die Woche, in der ich ohne „extrem-Grüßen“ Bus und Bahn gefahren bin, war entspannter als die Woche davor. Und: Ich habe den Eindruck, die Leute waren netter. Die Kommunikation war leichter. Das stützt einerseits meine Wetter-These. Mehr Wolken, aber trotzdem bessere Laune. Andererseits stützt es aber auch die Überlegungen zum Thema authentische Kommunikation. Oder aber es ist einfach nur meine veränderte Wahrnehmung.

Was bisher geschah… Lies auch Teil 1 und Teil 2 des Guten-Morgen-Experiments!

Eigentlich wollte ich bezüglich meines Selbstversuchs erst einmal zur Ruhe kommen, um dann in ein paar Wochen mit dem nötigen Abstand zu entscheiden, was mir das nun eigentlich alles sagt. Und was das für meine künftige Kommunikation bedeutet. Aber dadurch, dass die vergangene erste nach-Experiment-Woche so war, wie sie eben war, muss ich noch ein paar ergänzende Überlegungen hinzufügen.

Da sind sie – freundliche Menschen, freundliche Kommunikation

Denn es geschahen unerwartete Dinge in dieser Woche: Plötzlich waren da Menschen, die „Bitte“ und „Danke“ sagten. Freundliche Menschen, die Platz machten. Die sogar noch einen kleinen Scherz oder Flirt oder Scherz-Flirt mitnahmen. (Fragt jetzt nicht, was ein Scherz-Flirt ist – entweder man kennt es, oder eben nicht!)

Unterwegs waren da Fahrrad-Fahrer, die sich im Vorbeifahren bedankten, weil ich Platz gemacht hatte. Da waren Supermarkt-Kunden, die, anstatt mir mit dem Einkaufswagen hektisch in die Hacken zu fahren, freundlich grüßten und mich sogar an der Kasse vorließen. Und Autofahrer, die nicht die Augen verdrehten, weil sie vor dem Abbiegen aus der Ausfahrt mit dem Auto zurücksetzen mussten, um mich vorbeizulassen.

Was also war passiert?

Es war kälter in der entsprechenden Woche; wir hatten nicht einmal mehr ansatzweise 40 Grad, auch nicht 30. Vielleicht haben sich auch einige Leute dahingehend akklimatisiert, dass die Schulferien in NRW jetzt schon länger andauern. Der Schock, die Kinder über den ganzen Tag um sich zu haben, ist also gesackt. Und ich? Ich hatte eben mehr oder weniger abgeschlossen mit „Guten Morgen“ und war zum Alltag übergegangen. War wieder in meine ach-so-ostwestfälische Kommunikation verfallen. Vielleicht verfrüht, wie ich jetzt feststellen musste.

Aber das ist ja nun wirklich kein Grund sich aufzuregen, sondern eher einer zum Freuen. In diesem Sinne: Ich wünsche einen schönen, entspannten und freundlichen Tag mit viel positiver Kommunikation!

 

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